PROJECTS

#1 RAD Performance

Hypercycle fällt aus – beat se streets

RAD PERFORMANCE mit Workshop:
Nach dem gemeinschaftlichen anfänglichen basteln mit Audioboxen, Sensoren und Led-Lichtern formiert sich eine lose Musik/ Noise/ Stroboskop-Fahrradtruppe, die auf dem Ritt durch den Bezirk miteinander zu spielen lernt, um sich gegenseitig Ton und Licht zu geben.

Anmeldung für den Hypercycle Workshop unter:
workshop@radperformance.at

Fahrräder werden umgebaut zu: Synthezizer
Noisegeneratoren Ventilations-Skulpturen Stroboskope

beat se streets

Hypercycle ist eine immersive audiovisuelle Fahrradperformance, die Noise, Tekkno, Klangkunst, Mindmachines und DIY verschmelzen lässt.

„Das Fahrrad ist für uns die Wahrheit des Seins, unsere geräumige Bleibe, die Klarheit unserer Liebe und die Glut unserer Leidenschaften.“

„Ich will mir meine Zeit von denen wieder holen, die sie mir gestohlen haben. Ich habe immer darauf geachtet, so wenig wie möglich zu arbeiten, um Radfahren zu können. Fahrrad zu fahren ist die Huldigung der Intelligenz an die Faulheit.“

Die Fahrräder der TeilnehmerInnen werden zu kleinen Hypercycles. Techniken aus unserer Performance werden gemeinsam mit den TeilnehmerInnen besprochen, gebastelt, montiert und gefahren.

Unser Ziel ist, dass jedeR ein Hypercycle besitzt und die Performance von allen jederzeit gemacht werden kann. Dann können wir getrost zurücktreten.

 

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Mehr zu Hypercycle fällt aus – Online: http://hypercycle.current.at/

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#2 RAD Performance

+ Rad I/O von Lale Rodgarkia-Dara
wir klingen so laut, wie uns jemand frequentiert

Ein Plädoyer für die anonyme RadiohörerIn im Äther mit funktionstüchtigen Leiterplatten-Illustrationen von Lale Rodgarkia-Dara und Bastelein aller Teilnehmer*innen.

Die Digitalisierung des Äthers bringt einen unerwarteten Beigeschmack. Zuletzt ermöglicht sie vielleicht den Verlust des anonymen Radiohörens. Eine der letzten Bastionen des anonymen konstengünstigen Low-Tech-Medienkonsums. Der digitale Äther ist in seiner Austauschbarkeit zuletzt nur ein Kanal für Datentransfer. Medienpolitisch und kommerziell von Interesse für feudal agierenden monopolistischen Big-Player (Spotify, Google, Facebook etc.) ebenso wie die vernetzte intelligente Navigation der Automotive Industry.

Der Äther als öffentlicher Raum ist dabei nur äußerst beschränkt für alle zugänglich und hoch reguliert. Zur Gänze kommerzialisiert auf den Mobil-Funk Frequenzen, obliegt das Funkspektrum vor allem nationalstaatlichen Monopolen (Militärisch/Polizei/Sicherheit) sowie Verkehr und Orientierung auf der einen Seite und dem Rundfunkfrequenzen und Privatnutzung auf er anderen.

Im digitalen Äther allerdings kommt es nicht zuletzt zu einer Umkehrung der ursprünglichen Idee des Radiohörens. Durch Torrent, Encrypting und Cloud-Streaming werden vielleicht Sendungs-Inhalte und Sendungsproduzent_innen anonymisiert nicht allerdings die Hörer_innen selbst. Denn sie mutieren zu (Weiter-)Sender*innen und sind meist in der letzten Meile nicht anonym.

Workshop + Rad I/O

In dem Workshop werden wir kleine Mikro-FM-Transmitter basteln und bei Kaffee und Kuchen und dem Hören der Lieblingsradiosendungen jene auf die eigenen Fahrräder montieren, mit dem Fahrrad-Dynamo verbinden und die Fahrräder stehen lassen, denn das Betreiben von Mikro-FM-Transmittern ist nicht erlaubt. Als Grundlage für den Bau dienen funktionstüchtige Leiterplatten-Illustrationen.

Anmeldung zum Workshop Rad I/O:
workshop@radperformance.at

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Mehr zu Lale Rodgarkia-Dara – Online: www.speis.net

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Joanna Zabielska (PL) – Cooking Democracy

“Food can be used to mark and create relations of equality, intimacy or solidarity”. Arjun Appadurai
To positively contribute into the political shaping an decision making process in the contemporary society is essential to become a mature and self-refelctive citizen. Rarely it comes naturaly, as most other skills, political activism needs to be con- stantly developed and practised. The easy, playful and efficient way to work on an inner citizen is to practise democracy in everyday situations and actions. Collective cooking might become a great and harmless payground, to develop effective com- munication and focus on decision making process.

First Approach: Right to the City
To understand better the mechanism behind privatization of a public space we went deeper into the theoretical work of David Harvey. He defines a city as a concentration of surplus product and therefore dominated by private property and the profit rate. Though he points out a need for of collective and common right that is far more than the individual liberty to access urban resources. It is one of the most precious and most neglected of our human rights: right to change ourselves by changing the city. (vgl. Harvey 2008)

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UPCOMING : RAD Performances

Christine Schörkhuber (AT) – Echt Jetzt?

Entlang einer determinierten Fahrradroute sind an verschiedenen Punkten QR Codes angebracht. Mit diesen Codes lässt sich ein Link erreichen, mit dem jeweils eine Audiodatei gestreamt (oder heruntergeladen) wird, die am Handy angehört werden kann.
Diese Audiobeiträge sind kleine, kurze Features, in denen Informationen, historische Anekdoten und absurde Geschichten mit Bezug zu Wien, zum Radfahren und ganz konkret zur befahrenen Route erzählt werden.

Allerdings: sie sind nicht unbedingt wahr.
Durch aufmerksames Beobachten der Umgebung, mit Kombinationsgabe, Kommunikationsfähigkeit, Allgemeinbildung (oder einem schnellen Smartphone) und Stadtkenntnis lässt sich herausfinden, ob man es mit verifizierbaren Information zu tun hat oder ob man soeben “alternativen Fakten” gelauscht hat.

Bei der abschließenden Ausstellung wird aufgelöst, ob man richtig lag.
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Matthias Hurtl (AT) & Yoana Buzova (BG/NL) – bike cranked cassette recorder

Matthias Hurtl and Yoana Buzova will develop a module for bicycles, for cassette tapes to be recorded and played through the movement of the bike crank.
A cassette tape has a lenght of 30-45 minutes on each side. Matthias and Yoana will make a bike ride/tour of that length and record while biking, ending up with two recordings from each of their bikes. That material will become side A and B of a tape release. At the endpoint of the route the collected material will be presented in a small performance, where yoana and matthias will use their bike tape players as an instrument.

The cassette release will be an audio translation of the nature of the route, the speed and dynamics of the biking, as it will be directly connected to the movement of the tape.

oyo and mmths have been alone together in Rotterdam and Vienna collaborating over the last few years. Their collaboration vary between multimedia performances, installations, browser extensions and short films.
Together they started LOFO, a cassette label releasing audio stories about loss. mths is a cosmic sound explorer while oyo invents useless things, trying to warm up the urban tundra.
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Veronika Mayer (AT) – urban intereference

Mobilität.
Wie macht dich deine Umgebung zu der, die du bist?
Wie formt dich deine Umgebung und was gibst du ihr zurück?
Hast du im urbanen, geschäftigen, überfüllten, hektischen Raum eine Chance, einzuwirken, aufzufallen, Einfluß zu nehmen? Was siehst du, was beobachtest du?
Was schreibt sich ein, was bleibt? Hinterlässt du Spuren?
Menschenmassen bewegen sich permanent von einem Ort zum anderen, es sind tägliche Routinewege der selben Menschen, sowie neue Strecken und andere Menschen. Das Stadtbild bleibt gleich oder wandelt sich, in Architektur, Raumnutzung, Tageszeit, Frequentierung….

urban interference – urban memory befährt die gleiche Strecke mehrmals hintereinander, dreht Runden, fährt mit immer anderen Geschwindigkeiten.
Kameras (Webcams bzw. Smartphones), die auf den Fahrrädern befestigt sind, nehmen auf, filmen ab, schneiden mit, woran sie vorbeifahren, worüber sie fahren, bewahren die Bilder, die vorbeiziehende Stadtlandschaft, die sich darin fortbewegenden Menschen. Das gefilmte Material wird gespeichert, gleichzeitig aber auch mit kurzer Zeitverzögerung auf einen größeren Screen übertragen, der ebenso am Fahrrad, z.B. am Gepäckträger, montiert ist – sichtbar für die Stadt und die Passanten. Das Videomaterial wird mehr und mehr, überschreibt sich in jeder weiteren Runde, löscht sich dabei aber nicht aus sondern bildet Überlagerungen, visuelle Informationsschichten. Jeder Moment wird bewahrt und ist gleichzeitig schon wieder Vergan- genheit – die durch die unendliche Reihe der Wiederholung erzeugten Unterschiede werden im Video auffindbar, man muss sie suchen, das jedoch durch die zunehmende Materialflut immer nur dichter, unkenntlicher wird. Die Fahrräder mit Screens bewegen sich als mobile Dokumentation durch die Straßen. Sie thematisieren das Rasen der Zeit, die unmittelbare und per- manente urbane Veränderung, das Wesen der Mobilität.

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Conny Zenk (AT) – raum X zone

Der 15. Wiener Gemeindebezirk, vor allem im Bereich der Äußeren Mariahilferstraße, Westbahnhof, Felberstraße und Linzer Straße ist ein Bezirk der viele Jahre für Straßenprostitution bekannt war. Mit der Gesetzesänderung ab November 2011 wurden Erlaubniszonen für Sexarbeit eingeführt. In permanenten Umstrukturierungen von Raum in der Stadt, sich verändernden Gesetzeslagen, mit dem Ziel sämtlichen Bedürfnissen in kurzen zeitlichen Abschnitten gerecht zu werden, kommt es zu erhöhten Anforderungen in Mobilität und Flexibilität für Sexarbeiterinnen in Wien. Wie gehen Frauen mit diesen Veränderungen um, welche Strategien werden entwickelt? Interviews und Recherchen werden Archivmaterial aus dem Projekt raum X zone gegenübergestellt – zu hören ist eine Audio-Komposition, Interviews und Field Recordings, die die Orte der Gegenwart mit jenen der Vergangenheit gegenüberstellen.

Das Archiv raum x zone verfügt über ein 400 GB großes Archiv an Interviews, Foto- Video- und Audiomaterial das mit Sexar- beiterinnen und in ihrem Umfeld von Sommer 2011 bis einschließlich Dezember 2012 aufgezeichnet wurde.

stadt x zone : Reflektion & Ausstellung
Der 2. Teil von RAD PERFORMANCE ist eine Ausstellung, in der vor allem das Material das während dem Radfahren entstan- den ist, präsentiert wird. Gleichzeitig öffnen wir aber auch das Archiv, um Bilder, Videos und Tonspuren aus den Aufnahmen von 2011-2012 zugänglich machen. Demgegenüber stehen Soundaufnahmen an neuen Orten für Straßenprostitution, wie der Auhof, die Autokaderstraße oder die Brünnerstraße Wien.
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